Mittwoch, Mai 24

Balkontagebuch: Die Anfänge oder was pflanzt man auf einen Schattenbalkon?

In unserer neuen Wohnung haben wir einen Balkon. Das ist soo toll! Und ein Geländer oder wie man es nennt vor dem Wohnzimmerfenster (und das ist etwa 3 Meter breit!) 
Leider haben Wohnzimmer und Balkon eine Nordausrichtung mit leichter Neigung in Richtung Westen. Sonne haben wir in diesen Tagen erst ab 17Uhr etwa, wenn das Wetter mitspielt. Gerade jetzt haben wir volle Sonne auf dem Balkon und es ist viertel nach acht, so gegen neun geht sie unter.



Meine ersten Besuche in der Blumenabteilung vom Baumarkt und in den Gartencentern der Gegend fielen dementsprechend nüchtern aus. Ich suchte das Internet ab und wollte unbedingt Kugelprimeln pflanzen und auf keinen Fall wollte ich Fuchsien. 

Im Vorbeigehen am Blumengeschäft sah ich wunderhübsche blaue Hortensien im Miniformat, der freundliche Blumenverkäufer versicherte mir, dass sie sowieso keine Sonne mögen. Prima, mitgenommen. 

Die Kugelprimeln fand ich nicht. Gre konnte die Fuchsien aber ganz gut leiden, darum gab's davon je zwei hängende und stehende. Zufrieden war ich mit meiner Ausbeute aber nicht. So standen sie erstmal,  traurig darüber im Töpfchen gelassen zu werden, eine Woche lang im Blumenkasten, bis wir dann erneut loszogen. Einem Baumarkt hatten wir noch keinen Besuch abgestattet und das eine oder andere Pflänzlein stand ja noch auf meiner Liste. 

Tja Pustekuchen. Kugelpribeln gabs nirgends. Und jetzt wollten wir es wissen. Alles was uns gefiel wurde auf Halbschattentauglichkeit überprüft und bei Bestehen eingepackt. Der Versuch war es mir Wert, auch wenn die Blumen es wohl Schattiger haben würden, als die klassische Definition von Halbschatten. 

In den Korb gingen:
- Einige schon recht müde aussehende Veilchen
- Weiße Glockenblumen
- Zwei runde Buchsbäumchen
- Zwei blaue Kleine Immergrün
- Lavendelheide (die hatte so wunderschöne rote Blätter)
- Ein Bäumlein, das ich nicht mehr bestimmen kann
- Maiglöckchen (die haben sich von ihrem Baumarktdasein aber nicht mehr erholt und sind eingegangen)
- Eine lila Dahlie

Und zwei weitere Blumenkästen 80cm lang. Und Blumenerde.

Auf dem Balkon ging es dann los. 
Rein.
Raus.
Links.
Rechts.
Hoch neben Tief.
In welcher Reihe sollen dann die Kästen?
Soll ich wirklich diese traurigen Veilchen pflanzen, die machen's doch eh nicht lange…
Jetzt ist es der Versuch wert. 

Also Blumen gepflanzt. Die Zeit wird schon zeigen, was die richtige Wahl war.

Das alles war Mitte April. Und die Zeit hat gezeigt, dass die traurigen Veilchen wieder stolz die Köpfe heben können. Dass das wunderschön blühende Glockenblumen entweder mehr Sonne lieben, oder sich in der Nachbarschaft von der Lavendelheide nicht so wohl fühlen. Dass Kalk (und wir haben leider sehr hartes Wasser hier) den schönen Hortensien schadet. Und dass sich die Fuchsien zwar ganz gut machen und sicher demnächst in voller Blüte stehen, ich sie aber trotzdem nicht so recht leiden kann.

Aber ich liebe mein kleines Fensterbankgärtlein und stehe auch gern morgens früher auf, um es zu gießen und zu pflegen. 

Im nächsten Jahr werde ich die Lücken, die Glockenblume und Fuchsien hinterlassen mit weiteren Veilchen schmücken, denn die sind mir sehr ans Herz gewachsen. So hübsch und bescheiden, wie sie sind.


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