Sonntag, Oktober 2

Der Umzug - Wände streichen

Wir sind umgezogen. Genaugenommen bin ich - Johnny - umgezogen. Gre aber eigentlich auch, er hat mindestens genauso viel in meiner neuen Wohnung getan, wie ich selbst.

Und so kam es dann, dass über zu wenig Farbe, eine zu kleine Küche undichte Rohrverbinder, eine ausgelaufene Waschmaschine und die daraufhin tropfende Decke des Nachbarn unser kleiner Blog viel zu kurz kam. Bitte entschuldigt, denn wir sind zurück mit vielen praktischen Tipps und Einrichtungsideen. 


Wochenlang habe ich Gre genervt, mit Bildern, Farbmediatheken von Herstellern und Besuchen im Baumarkt um die Farben mal live anzusehen. Am Ende hat er mich beinahe angefleht, damit aufzuhören und mich endlich zu entscheiden. Das habe ich dann auch - irgendwann viel später. Besonders beeindruckt haben mich bis dahin aber noch Metalliceffektfarben und Glitzeremulsionen, geworden ist es davon aber keine. Obwohl ich immernoch Lust habe, irgendwann eine Wand damit zu streichen.

Für das Wohnzimmer, gern auch der grüne Salon genannt, habe ich mich für ein elegantes Grün aus der Alpina Serie "Feine Farben" entschieden, Farbnummer: 10, genannt "Hüterin der Freiheit".  Dazu gibt es als Ergänzung ein so dunkles Grau, dass es fast schwarz ist, mit dem schönen Namen "Dunkle Eleganz". Halbhoch habe ich meine Wände gestrichen, weil ich die Vorstellung ganz grausam fand, lauter verschiedene einfarbige Wände zu haben, aus demselben Grund sind sie nun alle zweifarbig.

Die Farbe ließ sich super streichen, das muss ich wirklich sagen. Wären wir beim "Grünmachen" etwas sorgfältiger gewesen, hätte es gar keinen zweiten Anstrich gebraucht. Nur haben wir leider zwischen dem Glanz der feuchten Farbe nicht gesehen, dass zwischen den Pickeln der Raufaser auch einige Pünktchen weiß geblieben sind. Also war doch ein zweiter Rundgang nötig. Aber beim nächsten mal werden wir ohnehin die Tapete entfernen, denn glatte Wände sind so viel schöner.
Wichtig ist es, wenn man die Wände mit starken Kontrastfarben streicht, dass man ein gutes Klebeband verwendet. Das gute, das wir im Baumarkt kauften, war leider viel zu knapp kalkuliert und dementsprechend schnell aufgebraucht. Also hat Gre noch schnell eins vom Einkaufen mitgebracht, er musste nämlich nochmal los, Milch für den Kaffee für unsere Freunde kaufen und einen Hocker, damit wir bis an die Decke reichen können. (Im Augeblick ruhen übrigens meine Füße darauf. Die Anschaffung hat sich gleich mehrfach gelohnt.) Doch war das Malerkrepp aus dem Supermarkt blöde und krumm geschnitten und ich hatte erstmal einige Treppen in meinem schönen grünschwarzen Anstrich, die ich vorsichtig mit ruhiger Hand aber wieder ausbügeln konnte. 

Im Schlafzimmer sind die Wände fleischfarben, wie meine Freunde den erwählten Rosafarbton nannten. Danach fand ich ihn selber auch einigermaßen furchtbar, die kahlen Wänden sahen aus, als würde ich in einem Leberkäse wohnen. Aber eingerichtet gefällt es mir wieder sehr gut (und der Farbton passt toll zu meiner Bettwäsche - sieht fast aus wie im Katalog!). Die Farbe "Poudre" von Schöner Wohnen kann ich aber im Vergleich zu Alpina nicht empfehlen. Sie wurde ungleichmäßig, ließ sich nicht gut streichen, spritzte sehr und ich musste noch einen Eimer nachkaufen und den Anstrich drei Mal wiederholen.

Alles in allem habe ich eine ziemliche Menge an Geld für die Farben ausgegeben, aber ich wollte mir das Weiß für die Decken sparen und habe sie nicht selber gestrichen und auch keine Farbreste vom Vormieter im Keller gefunden. Das führte im Nachhinein dazu dass ich jetzt zwar keine farbigen Ecken mehr an der Decke habe, aber solche, in einer anderen Nuance weiß. Ziemlicher zusätzlicher Mist. 
Aber die Decke schaue ich mir ohnehin nicht so oft an, denn die Wände sind so schön geworden und sind im Wohnzimmer heimelig gemütlich und im Schlefzimmer so schln hell und mädchenhaft, dass ich das ganze Farbkonzept einfach nur liebe. 

Das nächste Mal werde ich wieder lange über der Farbwahl brüten und die Decken in meine Überlegungen mit einbeziehen, denn das nächste Mal, so hab ich mir das ausgedacht, bleibe ich dorz ganz lange zusammen mit Gre wohnen und wir haben es schön wie im Bilderbuch. 

In diesem Umzug habe ich so einiges gelernt, was ich beim nächsten Mal dann besser machen kann. Und das nächste Mal kommt ganz bestimmt. Vorerst ist mein Motto: "Scheißegal, ich lass dat jetzt so!" Und sowieso, so oft gucke ich mir die Decken in meiner Wohnung eigentlich nicht an, denn die Wände sind nämlich sehr schön geworden und um die anzugucken muss ich den Hals nicht so sehr recken...



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