Mittwoch, Februar 3

Maßgeschneiderte Kameratasche

Von meinem Opa bekam ich einst eine schöne kleine analoge Kompaktkamera. Sobald ich herausgefunden hatte, was ich tun muss um gute Fotos mit ihr zu machen, hatte ich ein neues Hobby.
Als die Kamera auf einer Party zerbrach war ich sehr traurig und noch immer steht sie bei mir im Regal. Ihr Ersatz wurde eine größere, schwerere und ein wenig anspruchsvollere Kamera. Und sie bekam ein maßgeschneidertes Gewand. Hier zeige ich euch wie:



MATERIAL: Stoff, Leder oder Kork, je nach Geschmack

EINKAUFSLISTE:

Zeichenpapier
Kleber
Stoff nach Wahl
1x Reißverschluss
1x Nieten
2x D-Haken
1x Gurt


Alles beginnt mit einem Sechseck, ein wenig größer als der Deckel deiner Linse.
Daran habe ich gleichseitige Dreiecke gemacht. Wenn du ein sehr langes Objektiv an deiner Kamera hast, solltest du erwägen, spitzere Dreiecke zu konstruieren.
Ich habe hier die schraffierten Zugaben gewählt, um die Tasche schonmal zusammen zu kleben, noch nicht als Nahtzugabe, darum fehlen sie an einigen Kanten. Eigentlich könntest du aber auch schon gleich die Nahtzugaben anzeichnen. 

Diese Teile habe ich nun ausgeschnitten, dünn mit Kleber bestrichen und zusammengeklebt um die Maße für die nächsten Teile auszutüfteln.
Mit der Strecke, die die zwei Spitzen des Sterns trennt, konstruierte ich als nächstes eine Drachenform. Sie sollte auch etwa die Ecken der Kamera treffen. Das geht nicht genau, denn meine Kamera hat nur vier Ecken, der Stern aber sechs. Aber auch das lässt sich messen und gab mir daher eine Orientierung, wie der Drachen auszusehen hat.

Von den Drachen brauchte ich zwei, denn hier wiederholte sich das Spiel, dass ich die Abstände der Spitzen zueinander ausmessen musste. So erhalte ich dann die Randstücke für die Kameratasche.

Und so sah meine halbe, papierne Kameratasche aus. Da ich die Seiten nur vorsichtig aneinander geklebt hatte, konnte ich sie vorsichtig wieder trennen und richtige Schnittteile mit Nahtzugabe machen.
Da mir dieser ganze Spaß natürlich wieder nicht genug war, habe ich das Muster nochmal flach für die Rückseite der Tasche aufgezeichnet. Das braucht dann ja auch ganz andere Maße... puh. Du kannst aber auch einfach die Rückseite aus einem Teil machen, eigentlich sieht die ja eh kaum jemand. Versuche jedoch die Silouette ähnlich zu gestalten, dabei sollten die Bodenstrecke und die Seiten- und "Dach"-Strecken gleichlang sein.


Den Boden und die Seiten kannst du so breit machen, wie es dir am Besten gefällt. Verschlossen habe ich meine Tasche mit einem Reißverschluss.

Genäht habe ich die Tasche, wie ich sie konstruiert habe, von der Mitte nach außen, bis ich beide Teile vor mir liegen hatte. Dann habe den Reißverschluss an zwei Streifen Stoff genäht, um oben, im Dach, genügend Platz zu haben und so ist die Tasche sicher verschlossen, ohne dass eine Klappe das schöne, mühevoll hergestellte Muster verdeckt. Die Seitenteile habe ich anschließend an den Reißverschluss genäht. Falls du einen Metallreißverschluss verwendest, dann nähe langsam und vorsichtig durch die Zähne, abbrechende Nadeln können auch mal ins Auge gehen und das ist kein Spaß.

Zuletzt habe ich dann den Verschluss an die Vorne-Hinten-Boden-Kombi genäht und wäre eigentlich fertig, wenn ich die Tasche lediglich als Schutz für meine Kamera in der großen chaotischen Handtasche bräuchte. So bin ich aber nicht, also habe ich noch zwei herumliegende D-Ringe mit jeweils einer Lederschlaufe und einer Niete an den Seiten der Tasche befestigt und einer alten und hässlichen Tasche den Gurt geklaut.
Hübsch geworden, oder?

- Johnny

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