Sonntag, Dezember 6

Ledernes Tablet Case

Alles begann irgendwann kurz vor Gres Geburtstag. Da wünschte er sich nämlich so ein simples iPod Täschchen, wie ich es lange hatte. Und als kleinen Bonus sollte ich doch bitte, wenn es möglich ist, das Logo aufsticken, das ein befreundeter Grafiker mal für ihn entworfen hatte. 
Das Sticken dauerte ewig und so richtig schön wurde es in meinen Augen nicht, aber die Freude am Geburtstag war groß. 
Leider hatte ich die Büchse der Pandorra geöffnet und die wollte nun immer weiter mit Lederaccessoires für Appleprodukte gefüttert werden. Das Logo musste Pandorra aka. Gre nun aber selber sticken, einmal hat mir gereicht. 
Das schönste von den Stücken, welches sich auch ganz hervorragend als Weihnachtsgeschenk eignet, wollen wir euch heute präsentieren.



MATERIAL:
Leder
etwas Stoff

die dickste Vlieseline, die du kriegen kannst
beidseitigklebende Vlieseline
kleine Druckknöpfe (8mm Durchmesser)

WERKZEUG:
Ledermesser
Kontaktkraftkleber
Hammer
Lochwerkzeug (ist meist in einer Druckknopfpackung dabei)
Bügeleisen (Dampf ausstellen!!)

BEMERKUNG:
Für dieses Modell, das ich aus Leder genäht habe, empfehle ich ähnliche Materialien, wie beispielsweise Kunstleder oder Korkstoff, ich kann mir auch vorstellen, dass es mit Filz oder Neopren-ähnlichen Stoffen funktioniert, allerdings brauchts hierfür mehr Nahtzugabe. Frage den Stoffhändler deines Vertrauens, wie viel Nahtzugabe du mindestens brauchst. 
Bei sehr unelastischen Ledern oder beim Korkstoff sollte man zur Sicherheit eine Toleranz von 1-2mm rundherum anfügen, damit sich das Tablet zum Schluss auch einigermaßen leicht hinein und heraus nehmen lässt. Falls es zu weit wird, kannst du ja knapp neben die andere Naht eine parallele Naht nähen um es enger zu gestalten. Bei Materialien, die etwas nachgeben und sich mit der Zeit dehnen, brauchst du das nicht. 

Für den Schnitt habe ich das Tablet einmal umzeichnet. Um auch die Dicke des Pads berücksichtigen, muss an jeder Seite 1/2 der Dicke angezeichnet werden, oder an zwei Seiten einmal die ganze, das Maß des Rechtecks bleibt gleich, egal wie man es macht. Dann muss noch an drei Seiten die Nahtzugabe dazu. (Schau dir die Skizze an, ich denke, das ist deutlicher als meine Beschreibung.)

Nun musste ich ein wenig herumsuchen, wo auf dem Leder die beste Stelle ist, und dass ich möglichst wenig Abfall habe. Eine Narbe habe ich doch erwischt, aber so ist das mit natürlichen Materialien, die sind nicht immer perfekt. Falls du etwas gemustertes Verwendest, achte auf die Ausrichtung!
Zusätzlich zu diesen beiden Hauptschnitteilen, musst du dir noch einen Verschluss überlegen. Wir hatten überlegt, das Case mit einem Gummi zu verschließen, oder mit verschiedenen Arten von (Druck-)Knöpfen. Zum Schluss wurden es die kleinsten Druckknöpfe, die wir ganz am Rand angebracht und zum Schutz vor Kratzern mit einem schmalen Streifen Leder versteckt haben. 

Leder ist meistens ein wenig elastisch, aber man kann zum Sichern keine Nadeln verwenden. Darum habe ich den Rand mit Kontaktkleber mit dem großen Schnittteil verbunden. So lässt es sich am einfachsten vermeiden, dass sich das Leder beim Nähen ungewollt ausdehnt und das Case schepp wird.

Denke daran, auch schon bei dieser Naht deinen Verschluss einzuarbeiten. Unsere Lederstreifen werden nämlich in der Naht gefasst. Leder, Kunstleder und Korkstoffe kannst du kaum wieder auftrennen, denn die Nadel hinterlässt Löcher darin, die sich, anders als bei Stoff, nicht wieder schließen lassen. 
Arbeite dann an dieser Stelle deinen Verschluss auch fertig, falls dein Tablet auf der Klappe schließt. 
Wenn du einen Druckknopf auf dem Rand anbringen willst, mache das Loch schon vor dem Nähen, den Nubsi schlage erst anschließend rein, er könnte sonst deinem Füßchen den Weg versperren und deine Naht wird unsauber. Und überlege dir, wie du ihn abdecken willst, sonst kann es sein, dass er Kratzer auf dein Display macht. (Darum haben wir uns egegen diesen Verschluss entschieden.)

Während ich nähte, hat Gre ausgetüftelt, wie die drei verstärkten Elemente aus Vlieseline positioniert werden sollen. Diese sind ca. 1cm von jedem Rand und mit einem Abstand von je 1cm untereinander auf der Klappe angebracht.  Alle Elemente sind gleich groß.
Nach dem Zuschnitt von insgesamt sechs Stücken (es werden zwei aufeinander gebügelt) habe ich die Teile nocheinmal aufeinander gelegt und genau gleich abgeschnitten.

Nun habe ich die Stücke gerade auf den Stoff gelegt, dabei hab ich mich am Muster orientiert. Als alles gerade lag habe ich mit viel Druck gebügelt. Stelle unbedingt den Dampf vom Bügeleisen ab! Die kleinen Wassertröpfchen stören die Klebekraft des Klebers. Dann gleich das zweite drüber bügeln, damit du eine hohe Stabilität erhälst.

Um die Stücke schön zu verpacken habe ich doppelseitigklebende Vlieseline aufgebügelt und das ganze eingepackt, wie ein Geschenk. Wir haben die Ecken eingefaltet, besser wäre es aber, wenn du sie abschneidest. Lass jedoch 2-3mm zum Umlegen an der Kante gerade stehen, also schneide nicht genau bis zur Ecke der Vlieseline ab. Das Eingefaltete drückt sich nämlich jetzt, nach einigen Wochen Benutzung bei Gre auf der Vorderseite durch.

In der Zeit, in der ich am Bügeltisch stand, hat Gre sein Logo gestickt. Dazu hat er die Papiervorlage auf der Vorderseite des Leders mit Kreppklebeband festgeklebt und mit einer Leder-Nähmaschinennadel die Löcher vorgestochen. Anschließend hat er mit Nähgarn die Kontur entlang gestickt und den Faden vernäht. Die Rückseite des Logos verschwindet anschließend unter den Verstärkungselementen.

Zuletzt klebst du nun die Verstärkung auf die Klappe deines Case. Bestreiche dazu großzügig die Elemente und die Fläche auf die sie aufgeklebt werden sollen mit Kontaktkraftkleber und lasse ihn antrocknen. Um auf der Klappe nicht zu viel Kleber aufzutragen und um Markierungslinien zu vermeiden, kann dir Klebeband ein guter Freund sein.
Sobald der Kleber so trocken ist, dass er nicht mehr am Finger kleben bleibt, lege das Element an seinen Platz und schlage es mit einem Hammer gut fest. Je fester du hämmerst, desto besser hält der Kleber.  Korrekturen sind kaum möglich.

Damit sich dein Case gut an dein Tablet anschmiegt und sich gut aufstellen kann, klopfe nochmal die Kanten mit dem Hammer platt, so als würdest du ein Papier falten. Leder lässt sich nur halt nicht so leicht knicken wie Papier, das braucht die härteren Methoden.


Fertig!

- Johnny & Gre


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